

























GEFÄSS, Steingut(krugförmig)(fragment), Yayoi-Zeit(300 v. Chr.–250 n. Chr.)
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Während der Yayoi-Zeit wurden Keramiken in standardisierten Formen wie Krügen, großen Töpfen und Schalen hergestellt, die auf verschiedene Verwendungszwecke abgestimmt waren. Diese Tradition hielt über ein Jahrtausend an und fiel mit der Einführung und Etablierung des Reisanbaus durch Reisfeldwirtschaft zusammen.
Dieses Stück ist ein Fragment aus dem unteren Bereich eines krugförmigen Steingutgefäßes, das durch seinen runden Körper und den ausgestellten Rand gekennzeichnet ist. Die unregelmäßige Schalenform, die erdige Textur, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat, und das subtile Ausfransen tragen alle zu seinem tiefen Charme und seiner ruhigen Präsenz bei.
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In frühen Yayoi-Siedlungen in Nord-Kyūshū wurden Eisenäxte und Eisenpfeilspitzen gefunden, die vermutlich über die koreanische Halbinsel eingeführt wurden. Diese Eisenwerkzeuge förderten das Fällen von Bäumen sowie die Entwicklung der Landwirtschaft erheblich. Gleichzeitig entwickelten sich auch die Techniken der Töpferei weiter: Die aus der Jōmon-Zeit überlieferte Spiraltechnik blieb erhalten, doch wurden die Oberflächen durch Auftrag von Tonschlicker (deishō) geglättet, und die Gefäßformen wurden zunehmend nach funktionalen Aspekten differenziert. So dienten große Krüge und Töpfe der Vorratshaltung, Ausgussgefäße dem Eingießen von Wasser oder Suppen, und hohe Schalen (Takatsuki) wurden für Speisen oder Zeremonien verwendet. Diese Gefäße spiegeln die enge Verflechtung der Keramik mit der Gesellschaft wider und entwickelten sich in klar definierte Formen.
In der mittleren Yayoi-Zeit ermöglichte die Einführung der Brenntechnik im geschlossenen Ofen Temperaturen von etwa 1000°C, wodurch rotbraune, dünnwandige und harte Keramik in großen Mengen hergestellt werden konnte. An den Ufern des Biwa-Sees und in der San’in-Region wurden zudem Eisenpfeilspitzen und Eisenspeere entdeckt, was auf eine Gesellschaft hindeutet, in der Landwirtschaft und kriegerische Auseinandersetzungen nebeneinander existierten. Zugleich wurde von Nord-Kyūshū bis in den Osten Japans weiterhin Keramik gefertigt, die Elemente des Jōmon-Stils bewahrte, was auf eine kulturelle Vermischung zwischen eingewanderten Ackerbauern vom Kontinent und lokalen Töpfertraditionen schließen lässt.
In der späten Yayoi-Zeit setzte sich die Eisenverhüttung im Inland durch, und Schwerter, Pfeilspitzen und Äxte wurden in verschiedenen Regionen ausgegraben. Die Keramik behielt weiterhin ihre rotbraune, dünnwandige Form und etablierte sich, in Kombination mit eisernen landwirtschaftlichen Geräten, als unentbehrliches Utensil für Landwirtschaft, Vorratshaltung und Zubereitung von Speisen. Keramik wurde nicht länger nur als Alltagsgegenstand betrachtet, sondern nahm eine Rolle als gesellschaftliche Infrastruktur ein, die Ordnung, Rituale und technische Strukturen der Gemeinschaft unterstützte.
In dieser Zeit tauchten auch Geräte auf, die den heutigen Essstäbchen ähneln. Aus spät-zeitlichen Yayoi-Ausgrabungsstätten sind sogenannte „Oribashi“ bekannt – zusammengefaltete Bambusstäbchen, die wie eine Pinzette verwendet wurden. Ursprünglich dienten sie vermutlich religiösen oder zeremoniellen Zwecken. Erst ab der Asuka-Zeit verbreitete sich die Nutzung von Essstäbchen im Alltag. Dass jedoch das Prinzip der Stäbchen bereits in der Yayoi-Zeit bekannt war, deutet auf Veränderungen in den Speisezeremonien und im Bewusstsein für Hygiene hin.
Diese Erfindungen in Form und Technik setzten einen universellen Strom in Gang, der sich in der Keramik der Kofun- und Heian-Zeit sowie in der Sue-Ware fortsetzte und bis in die heutige Zeit nachwirkt. Der Begriff „Yō no Bi“ – die Schönheit des Gebrauchs – wurde zwar immer wieder von Yanagi Sōetsu, dem Begründer der Mingei-Bewegung, betont, doch lassen sich seine Ursprünge bereits in der Yayoi-Zeit erkennen. Die Gefäße, die die gesellschaftlichen Veränderungen begleiteten, erzählen leise Zeugnisse vom Leben der Menschen einst. Wenn ich ein zerfallenes Stück Yayoi-Keramik in die Hand nehme, steigen vor meinem inneren Auge die Gesichter unbekannter Handwerker und die lodernden Flammen in den Bergen empor.
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