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Ein Paar hölzerner A-un-Löwenfiguren aus der Joseon-Dynastie.
Ein Paar hölzerner Löwenfiguren, die mit nach vorn ausgestreckten Vorderbeinen und tief geducktem Körper dargestellt sind. Die Agyo-Figur hat den Mund geöffnet; die Ungyo-Figur den Mund geschlossen. Beide weisen einen horizontal verlängerten Körper mit großem Kopf auf; Vorderbeine, Rumpf und Schwanz sind in breiten Flächen ausgeführt. Maße: Agyo — Breite 14cm, Tiefe 32.5cm, Höhe 19cm; Ungyo — Breite 14cm, Tiefe 32cm, Höhe 19.5cm.
Die Figur mit offenem Mund zeigt ein Gesicht mit weit geöffnetem Mund, einer runden, vorstehenden Nasenspitze und einem kräftigen Kiefer. Die Augen sind tief eingesetzt, die Mähne ist in perlenartigen Locken ausgearbeitet, und die Vorderbeine ragen kraftvoll nach vorn. Die Figur mit geschlossenem Mund hingegen wirkt gefasst, der Mund ist verschlossen, und die Schnitzerei an Augenbrauen, Nase und Mund weist eine ausgeprägtere Dreidimensionalität auf. Die Ausdrücke der linken und rechten Figur unterscheiden sich, und als Paar betrachtet tritt der Kontrast zwischen offenem und geschlossenem Mund deutlich hervor.
Der Körper ist gestreckt. Entlang des Rückens sind feine Meißelspuren erhalten, die der Maserung folgen. Die Zehen der Vorderbeine, der Schwanz, die Mähne und die Ohren sind schlicht geschnitzt, doch kräftige eingeritzte Linien an zentralen Stellen fassen die Form des Löwen wirkungsvoll. Es handelt sich nicht um eine glatt ausgeführte, naturalistische Skulptur, sondern um eine volkstümliche Holzschnitzerei, in der das Wesen eines Wächtertiers betont wird. Die raue Holzoberfläche, breite Fasen und die verbliebenen Meißelspuren tragen unmittelbar zur Präsenz der Figur bei.
In der Holzschnitzkunst der Joseon-Dynastie begegnet man Wächterwesen — Löwen, Tiger und Drachen —, die in Tempeln, Schreinen und an Orten volkstümlicher Verehrung eingesetzt werden. Auch dieses Exemplar ist weniger als fein ausgeführte Schnitzarbeit denn als eine Figur gestaltet, die ihren Aufstellungsort mit kraftvollem Ausdruck und niedriger, geduckter Haltung bewacht. Die weit gespreizten Vorderbeine, die den Kopf betonenden Proportionen und der gestreckte Körper vermitteln eine rustikale Vitalität, die für die Holzschnitzkunst der Joseon-Dynastie charakteristisch ist.
Das Holz ist gründlich getrocknet und weist insgesamt Schrumpfung, Oberflächenabrieb, Insektenfraß, Risse und Fehlstellen auf. Um die Gesichter und Mähnen herum finden sich Auflagerungen, die an Erde oder alte Ausfüllungen erinnern, und stellenweise treten dunklere, eingesunkene Bereiche im Kontrast zu Partien zutage, in denen das freiliegende Holz heller erscheint. Die Agyō-Figur zeigt ausgeprägte Abnutzungen im Gesichtsbereich, während die Ungyō-Figur einen Riss aufweist, der sich vom Kopf in den Rumpf zieht. Auch Beine und Schwänze sind beschädigt, doch das Paar behält seine Gesamtform.
Ein abgestimmtes Paar hölzerner A-un-Löwenfiguren der Joseon-Dynastie. Die trockene Patina des gealterten Holzes, die kraftvolle, schlichte Schnitzarbeit und die unterschiedlichen Gesichtsausdrücke der linken und der rechten Figur sind gut erhalten.
w14 x d32 x h19.5cm(吽形)
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Das Schönheitsverständnis jener Zeit legte den Fokus nicht auf äußeren Glanz oder technische Raffinesse, sondern auf Formen und Gestalten, die das Innere des Menschen leise unterstützen. Alltagsgegenstände und Möbel waren nicht bloß Werkzeuge des Gebrauchs, sondern könnten als „Dojo“ verstanden werden – Orte der inneren Übung, die das Verhalten und die Geisteshaltung im Alltag ordneten. Schlichte Gefäße im Studierzimmer eines Gelehrten, einfache Schreibtische, ungeschmückte Pinselhalter – all dies war nicht nur Objekt des Blicks, sondern zugleich Spiegel der eigenen Haltung und Gedanken.
Dass die kunsthandwerklichen Erzeugnisse aus der Joseon-Zeit eine „zurückhaltende Präsenz“ besitzen, ist kein Zufall. Sie entstanden mit der Absicht, sich mit der menschlichen Geisteshaltung in Einklang zu bringen – nicht, um den Betrachtenden zu überwältigen, sondern um mit ihm zu atmen, ihn still zu begleiten und auszubalancieren.
Im Fall des weißen Porzellans etwa wurden unbeabsichtigte Phänomene – wie feine Fließspuren der Glasur, das leichte Zittern des Tones oder kleine Asymmetrien der Form – als ästhetisch gültig akzeptiert. Darin lebte ein Geist der Annahme, der sich grundlegend vom modernen Schönheitsideal der Perfektion und Gleichförmigkeit unterschied. Diese Haltung stellte die Grenze zwischen Natur und Mensch, zwischen Schönheit und Unvollkommenheit, zwischen Objekt und Geist infrage – und kann durchaus als Ausdruck eines ganzen Zeitgeistes verstanden werden.
Man könnte sagen, dass die Schönheit der Joseon-Zeit keine „Demonstration“, sondern eine „Resonanz“ ist. Es geht nicht um die bloße Anziehungskraft eines Objekts, sondern um dessen Fähigkeit, einen Denkraum zu eröffnen – einen Anlass, über das eigene Menschsein nachzudenken. Deshalb dürfen Dinge nicht „zu viel sprechen“; sie müssen Stille, Leere und Zwischenräume in sich tragen. Eine solche Denkweise scheint im Wesen des damaligen Kunsthandwerks verankert zu sein.
Diese Werte fanden schließlich auch ihren Weg über das Meer nach Japan und ließen sich dort tief verwurzeln. Besonders in der Welt des Teewegs (Chanoyu) wurden Joseon-Porzellane und Buncheong-Waren bereits in der späten Momoyama-Zeit (Ende 16. Jahrhundert) geschätzt. Ihre schlichte und stille Ausstrahlung wurde als Alternative zur Strenge chinesischer Importwaren empfunden. Das ästhetische Ideal des „dem Ungesagten lauschen“, das dem Teeweg zugrunde liegt, harmonierte tief mit dem Schweigen und der Unvollkommenheit der Joseon-Gegenstände – und schuf eine Blickrichtung, die im „Wabi-Sabi“-Geist wurzelt.
In der Moderne schließlich entdeckten Denker der Mingei-Bewegung wie Yanagi Sōetsu und Kawai Kanjirō in den Werken aus Joseon „eine Kraft, die den Menschen reinigt“ sowie „eine Form des Lebens, wie es sein sollte“. In einer Zeit, in der das Handwerk in Vergessenheit zu geraten drohte, galten diese Objekte nicht nur als alte Artefakte, sondern wurden als Spiegel einer existenziellen Haltung tief geschätzt und geehrt.
Wenn ich heute einen kunsthandwerklichen Gegenstand aus der Joseon-Zeit berühre, bewegt mich dessen Stille erneut. In ihm lebt der Geist einer Epoche fort, die fragte, wie der Mensch leben und wie er sein sollte – und diese Stimme klingt bis heute unverkennbar nach.
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