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An einigen Stellen ist die Glasur leicht abgeplatzt, doch insgesamt ist der Zustand gut. Rand, Korpus und Boden sind gut erhalten, und die Dekormotive sind deutlich erkennbar. Am Fuß haftet Erdansatz, und die Glasuroberfläche zeigt die gedämpfte Tiefe sowie die ruhige Patina, die für lang erhaltene Keramik charakteristisch sind.
So erscheint es, wenn es in den vollständigen Text aufgenommen wird.
Eine in Buncheong-Technik eingelegte Flasche mit Pfingstrosenmotiv aus der frühen Joseon-Zeit, um das 15. Jahrhundert.
Eine gut proportionierte Flasche mit schlankem, emporstrebendem Hals und sanft geschwungenem Bauch. Trotz einer beträchtlichen Höhe von 32cm wirkt die Fülle des Bauches nicht übermäßig schwer, und die Linie von Schulter bis Rand bewahrt eine feine Spannung.
Der Körper ist mit einem großen Pfingstrosenmotiv geschmückt. Die Blütenblätter und Blätter sind durch Einlegearbeit ausgeführt. Das mit weißem Ton eingelegte Muster tritt dezent aus der blaugrau glasierten Oberfläche hervor, und die eingeritzten Linien verleihen den Blüten und Blättern Tiefe. Die Pfingstrose ist ein glücksverheißendes Motiv in der Keramik der Joseon-Dynastie; in diesem Werk ist ihre Pracht auf die ruhige, an Buncheong erinnernde Farbpalette beschränkt.
Vom Schulterbereich bis zum Hals wechseln sich anhängerartige segmentierte Motive mit vertikalen Linienmustern ab. Die obere Ornamentik ergänzt das Pfingstrosenmotiv auf dem Gefäßkörper, verdichtet die Gefäßform und schafft eine insgesamt harmonische Komposition. Ein durchgehendes Lotosblattmotiv umgibt den unteren Korpus, und der Dialog zwischen oberen und unteren Zierbändern erzeugt eine dichte, kompakte Ornamentik, die das gesamte Gefäß durchzieht.
Die Oberfläche ist mit weißem Engobe bestrichen und mit einer graublauen Glasur überzogen. Die Pinselstriche bleiben in horizontalen Bändern ansprechend sichtbar, bilden den Untergrund für das eingelegte Dekor und verleihen der Gefäßoberfläche zugleich eine stille Bewegung. Feines Craquelé durchzieht das gesamte Stück; fängt es das Licht ein, offenbart die Glasur einen tiefen Glanz. Das Weiß der Einlagen, die Schichten der Pinselarbeit und die graublaue Glasur überlagern sich und rufen die Anklänge des eingelegten Celadon der Goryeo-Zeit wach, während sie zugleich deutlich den Übergang zum frühen Joseon-Buncheong signalisieren.
An einigen Stellen sind leichte Glasurverluste vorhanden, doch der Gesamtzustand ist gut. Rand, Korpus und Boden sind gut erhalten, und die dekorativen Motive sind noch deutlich erkennbar. Am Fußring haften Erdauflager, und die Glasur weist die weiche Setzung sowie die zurückhaltende Patina auf, die für lang gealterte Keramik charakteristisch sind.
Bei der Buncheong-Ware der Joseon-Dynastie stechen besonders Flaschen mit großflächigen, eingelegten Pfingstrosenmotiven hervor. Dieses Exemplar vereint eine fein ausgearbeitete, wohlproportionierte Form, eine reich ausgeführte Dekoration und eine Glasur von großer Tiefe, in der Pinselstriche sichtbar sind.
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Das Schönheitsverständnis jener Zeit legte den Fokus nicht auf äußeren Glanz oder technische Raffinesse, sondern auf Formen und Gestalten, die das Innere des Menschen leise unterstützen. Alltagsgegenstände und Möbel waren nicht bloß Werkzeuge des Gebrauchs, sondern könnten als „Dojo“ verstanden werden – Orte der inneren Übung, die das Verhalten und die Geisteshaltung im Alltag ordneten. Schlichte Gefäße im Studierzimmer eines Gelehrten, einfache Schreibtische, ungeschmückte Pinselhalter – all dies war nicht nur Objekt des Blicks, sondern zugleich Spiegel der eigenen Haltung und Gedanken.
Dass die kunsthandwerklichen Erzeugnisse aus der Joseon-Zeit eine „zurückhaltende Präsenz“ besitzen, ist kein Zufall. Sie entstanden mit der Absicht, sich mit der menschlichen Geisteshaltung in Einklang zu bringen – nicht, um den Betrachtenden zu überwältigen, sondern um mit ihm zu atmen, ihn still zu begleiten und auszubalancieren.
Im Fall des weißen Porzellans etwa wurden unbeabsichtigte Phänomene – wie feine Fließspuren der Glasur, das leichte Zittern des Tones oder kleine Asymmetrien der Form – als ästhetisch gültig akzeptiert. Darin lebte ein Geist der Annahme, der sich grundlegend vom modernen Schönheitsideal der Perfektion und Gleichförmigkeit unterschied. Diese Haltung stellte die Grenze zwischen Natur und Mensch, zwischen Schönheit und Unvollkommenheit, zwischen Objekt und Geist infrage – und kann durchaus als Ausdruck eines ganzen Zeitgeistes verstanden werden.
Man könnte sagen, dass die Schönheit der Joseon-Zeit keine „Demonstration“, sondern eine „Resonanz“ ist. Es geht nicht um die bloße Anziehungskraft eines Objekts, sondern um dessen Fähigkeit, einen Denkraum zu eröffnen – einen Anlass, über das eigene Menschsein nachzudenken. Deshalb dürfen Dinge nicht „zu viel sprechen“; sie müssen Stille, Leere und Zwischenräume in sich tragen. Eine solche Denkweise scheint im Wesen des damaligen Kunsthandwerks verankert zu sein.
Diese Werte fanden schließlich auch ihren Weg über das Meer nach Japan und ließen sich dort tief verwurzeln. Besonders in der Welt des Teewegs (Chanoyu) wurden Joseon-Porzellane und Buncheong-Waren bereits in der späten Momoyama-Zeit (Ende 16. Jahrhundert) geschätzt. Ihre schlichte und stille Ausstrahlung wurde als Alternative zur Strenge chinesischer Importwaren empfunden. Das ästhetische Ideal des „dem Ungesagten lauschen“, das dem Teeweg zugrunde liegt, harmonierte tief mit dem Schweigen und der Unvollkommenheit der Joseon-Gegenstände – und schuf eine Blickrichtung, die im „Wabi-Sabi“-Geist wurzelt.
In der Moderne schließlich entdeckten Denker der Mingei-Bewegung wie Yanagi Sōetsu und Kawai Kanjirō in den Werken aus Joseon „eine Kraft, die den Menschen reinigt“ sowie „eine Form des Lebens, wie es sein sollte“. In einer Zeit, in der das Handwerk in Vergessenheit zu geraten drohte, galten diese Objekte nicht nur als alte Artefakte, sondern wurden als Spiegel einer existenziellen Haltung tief geschätzt und geehrt.
Wenn ich heute einen kunsthandwerklichen Gegenstand aus der Joseon-Zeit berühre, bewegt mich dessen Stille erneut. In ihm lebt der Geist einer Epoche fort, die fragte, wie der Mensch leben und wie er sein sollte – und diese Stimme klingt bis heute unverkennbar nach.
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