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Ein zweihenkeliges Gefäß aus dem Cizhou-Brennofen der Song-Dynastie.
Höhe 38.5 cm; Körperdurchmesser 25 cm. Aus einem niedrigen Standring erhebt sich der Unterkörper, weitet sich deutlich nach oben und wölbt sich am oberen Bereich zu einer abgerundeten Kontur. Ein langer Hals erhebt sich aus der Schulter und öffnet sich an der Mündung weit nach außen. Der Rand ist dick und nach außen umgeschlagen in abgerundeter Form, und ein Paar ringförmiger Ösen ist an der Verbindung von Schulter und Hals befestigt.
Die beiden Ösen dienen nicht als Handgriffe, sondern als Schlingen zum Durchziehen einer Schnur. Wahrscheinlich wurden sie dazu verwendet, während des Transports ein Seil zu sichern oder ein Tuch beziehungsweise einen Deckel über die Mündung zu befestigen. Die weite Öffnung erleichtert das Befüllen und Entnehmen, und der rundliche, straff geformte Korpus bietet ein großzügiges Volumen. Das Gefäß dürfte als Vorratsbehälter für Flüssigkeiten wie Wein oder Wasser gedient haben.
Die Cizhou-Brennöfen waren während der Song-Dynastie die bedeutendsten volkstümlichen Brennöfen Nordchinas. Zahlreiche Werkstätten, vornehmlich im südlichen Hebei, stellten ein breites Spektrum an Gebrauchsgefäßen her — Schalen, Becken, Kissen sowie Flaschen und Krüge für den Alltag. Weißgrundierte, schwarz bemalte Gefäße sind wohlbekannt; tatsächlich produzierten die Brennöfen jedoch viele Glasurvarianten, darunter weiße, schwarze, braune und grüne. Große zweihenkelige Krüge wie dieser belegen ebenfalls die Bandbreite ihrer Produktion.
Die grüne Glasur bleibt vom Hals bis zur Schulter dick erhalten und wechselt in der Farbgebung von Oliv über Gelbbraun bis zu Dunkelbraun. Am unteren Teil des Körpers ist die Glasur abgeplatzt, sodass ein gräulicher Untergrund und ein rötlich-brauner Tonkörper sichtbar werden. Feine Netzrisse ziehen sich über die Glasuroberfläche; glänzende und matte Stellen vermischen sich. Nicht eine gleichmäßig ausgeführte Oberfläche ist entscheidend, sondern der Reiz liegt in den geschichteten Farbtönen, die sich durch den Brand und langjährigen Gebrauch entwickelt haben.
Ein Riss verläuft vom Korpus bis zum Standring und wurde repariert. Die Glasur zeigt Bereiche mit Abblätterungen und Krustenbildung, doch sind Rand, Hals, die Paarhenkel, der Korpus und der Standring intakt und bewahren die Gesamtform des Gefäßes. Als großes Exemplar mit einer Höhe von 38.5cm vermittelt es eindrücklich die massige Wirkung, die für die Keramik der nördlichen Song-Dynastie charakteristisch ist, sowie die über lange Zeit entstandenen Oberflächenveränderungen.
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