














FLIESE, Delfter Ware, weiß glasiert, Niederländische Antiquität, Frühe Neuzeit(16.–19. Jahrhundert)
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Dies ist eine weiße Delfter Fliese aus dem 18. Jahrhundert. Hergestellt aus Weichporzellan, weist sie eine zarte Oberfläche auf, die an Joghurt erinnert, und strahlt einen rustikalen Charme aus, der ihre praktische Verwendung im Alltag widerspiegelt. Sie würde sich auch hervorragend als Süßigkeitenschale oder als Untersetzer für eine chinesische Teekanne eignen.
w13 x d13 x h0.5 cm
Kategorie -
Antike westliche Keramik
Verwendung -
Teezeremonie-Geräte,
Kashiki (Süßigkeitenschale)
Zeitraum -
Frühe Neuzeit: 16.–19. Jahrhundert
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Wenn man an Delfter Keramik denkt, kommt einem sofort das berühmte „Delfter Blau“ mit seinen leuchtend blauen Unterglasurmalereien in den Sinn. Doch es gibt auch eine unbemalte, reine weiße Variante – allgemein bekannt als Weiß-Delfter. Diese tauchte im 16. Jahrhundert in der Geschichte der Delfter Keramik auf und ist mit ihrer dicken, glatten Glasur, die an übergossenen Joghurt erinnert, besonders charakteristisch.
Ich selbst war von diesem eindrucksvollen Weiß und dem Charme echter Altkeramik so fasziniert, dass ich mich auf eine Reise durch Europa begab, um diese Stücke zu sammeln. Schließlich hatte sich eine Sammlung von über 300 Weiß-Delfter Stücken in meinen Händen versammelt. Einige wurden aus der Erde geborgen, andere sorgfältig über Generationen weitergegeben – allesamt haben sie Jahrhunderte überdauert, um bis heute erhalten zu bleiben. Doch ihre Zahl ist begrenzt, und da Weiß-Delfter Keramik in Europa heute neu bewertet wird, ist das Sammeln leider nicht mehr einfach. Erst nach vielen Besuchen bei Sammlern, Ausgräbern und deren Bekannten stieß ich endlich auf einige zarte Stücke. Wenn ich sie in mein Zimmer zurückbrachte, auf einen Tisch am Fenster stellte und sie betrachtete, überkam mich eine innere Ruhe – als würde ich meditieren.
Die wechselhaften Sonnenstrahlen der Niederlande werfen Schatten und Licht auf die Oberfläche des Delfter Geschirrs. Die Stille, der Raum dazwischen. Kein Stück gleicht dem anderen – jedes trägt eine individuelle Ausdruckskraft, als sei es eine Leinwand, die den Lauf der Zeit eingefangen hat. Und genau darin offenbart sich das wahre Wesen alter Keramik.
Diese markante weiße Farbe entstand durch die Kombination von Bleiglasur, die im mittelalterlichen Europa (13.–15. Jh.) weit verbreitet war, mit Zinnoxid, das ursprünglich in islamischer Keramik verwendet wurde. Das sogenannte Zinnglasurverfahren (auch Zinnemaille) ermöglicht eine gleichmäßig weiße Oberfläche, die sich hervorragend für Bemalung eignet. Zuvor musste man beim Dekorieren von Keramik stets die Farbe des Tons und der Glasur beachten – war der Ton zu dunkel, wurde auch die Glasur gedämpft. Doch durch das Auftragen einer Zinnglasur wurde dieser Nachteil überwunden, und kräftige Farben sowie klare Kontraste wurden möglich. Diese Technik brachte in Europa eine regelrechte Revolution hervor – von der farbenfrohen Majolika in Spanien und Italien bis hin zur Faïence in Frankreich und der Delfter Keramik in den Niederlanden.
Im Gegensatz dazu wurde Zinnglasur in der japanischen Keramikkultur kaum verwendet. Stattdessen verwendete man Silikatglasuren mit Reishülsen- oder Stroh-Asche für weißliche Oberflächen. Vergleicht man nun die verschiedenen „Weißtöne“ – aus der Song-Dynastie, der Joseon-Dynastie, dem alten Imari und dem Delfter Weiß – offenbaren sich die unterschiedlichen Geschichten, Kulturen und Landschaften, die sich im Weiß eingeschrieben haben. Vielleicht ist es gerade mein japanischer Hintergrund, der mich dazu veranlasst, mich so sehr zu diesem Weiß hingezogen zu fühlen und im Leerraum zwischen den Formen nach Bedeutung zu suchen.
Tatsächlich hatte Weiß-Delfter schon früh eine Verbindung zu Japan. 1609 wurde die holländische Handelsstation in Hirado eröffnet, und mit dem Beginn des Austauschs zwischen Japan und der Niederländischen Ostindien-Kompanie gelangten zahlreiche europäische Keramiken, darunter Delfter Ware, nach Japan. Besonders das unbemalte Weiß-Delfter, das als „Komōde“ bekannt war, wurde von Teemeistern hoch geschätzt. Es wurde als Teeschale oder Abgussgefäß verwendet – auch Ogata Kenzan fertigte Nachahmungen davon an. Selbst bei den Teeveranstaltungen von ROCANIIRU wird Weiß-Delfter gelegentlich mit einem Deckel versehen und als Teebehälter verwendet. Dabei frage ich mich oft, was die Teemeister wohl dachten, als sie diese exotischen Keramiken zum ersten Mal sahen. Wahrscheinlich ließen sie ihrer Fantasie freien Lauf und entdeckten in der schlichten Leere zahlreiche Deutungsmöglichkeiten.
Obwohl jedes Stück einzigartig ist, finden sich häufig gemeinsame Formen – wie flache Teller oder albarelloartige Gefäße. Die Umrisse sind nicht symmetrisch, die Ränder oft wellenförmig – all das vermittelt eine warme Präsenz, die den Atem des Töpfers spürbar macht. Diese Stücke gelten im Allgemeinen als „anonyme“ Keramiken, also Werke ohne Namensnennung. Dass sie in Gemälden niederländischer Meister wie Bruegel im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach erscheinen, zeigt, wie sehr sie Teil des alltäglichen Lebens waren. Vielleicht liegt gerade in der Schönheit dieser anonymen Alltagskunst ein Schlüssel für moderne Lebensgestaltung.
Die Schönheit namenloser Gefäße. Was entdecken wir im Weiß, das im Alltag verweilt? Vielleicht stellt uns das Weiß-Delfter diese Frage – auch heute noch – in aller Stille.
Ich selbst war von diesem eindrucksvollen Weiß und dem Charme echter Altkeramik so fasziniert, dass ich mich auf eine Reise durch Europa begab, um diese Stücke zu sammeln. Schließlich hatte sich eine Sammlung von über 300 Weiß-Delfter Stücken in meinen Händen versammelt. Einige wurden aus der Erde geborgen, andere sorgfältig über Generationen weitergegeben – allesamt haben sie Jahrhunderte überdauert, um bis heute erhalten zu bleiben. Doch ihre Zahl ist begrenzt, und da Weiß-Delfter Keramik in Europa heute neu bewertet wird, ist das Sammeln leider nicht mehr einfach. Erst nach vielen Besuchen bei Sammlern, Ausgräbern und deren Bekannten stieß ich endlich auf einige zarte Stücke. Wenn ich sie in mein Zimmer zurückbrachte, auf einen Tisch am Fenster stellte und sie betrachtete, überkam mich eine innere Ruhe – als würde ich meditieren.
Die wechselhaften Sonnenstrahlen der Niederlande werfen Schatten und Licht auf die Oberfläche des Delfter Geschirrs. Die Stille, der Raum dazwischen. Kein Stück gleicht dem anderen – jedes trägt eine individuelle Ausdruckskraft, als sei es eine Leinwand, die den Lauf der Zeit eingefangen hat. Und genau darin offenbart sich das wahre Wesen alter Keramik.
Diese markante weiße Farbe entstand durch die Kombination von Bleiglasur, die im mittelalterlichen Europa (13.–15. Jh.) weit verbreitet war, mit Zinnoxid, das ursprünglich in islamischer Keramik verwendet wurde. Das sogenannte Zinnglasurverfahren (auch Zinnemaille) ermöglicht eine gleichmäßig weiße Oberfläche, die sich hervorragend für Bemalung eignet. Zuvor musste man beim Dekorieren von Keramik stets die Farbe des Tons und der Glasur beachten – war der Ton zu dunkel, wurde auch die Glasur gedämpft. Doch durch das Auftragen einer Zinnglasur wurde dieser Nachteil überwunden, und kräftige Farben sowie klare Kontraste wurden möglich. Diese Technik brachte in Europa eine regelrechte Revolution hervor – von der farbenfrohen Majolika in Spanien und Italien bis hin zur Faïence in Frankreich und der Delfter Keramik in den Niederlanden.
Im Gegensatz dazu wurde Zinnglasur in der japanischen Keramikkultur kaum verwendet. Stattdessen verwendete man Silikatglasuren mit Reishülsen- oder Stroh-Asche für weißliche Oberflächen. Vergleicht man nun die verschiedenen „Weißtöne“ – aus der Song-Dynastie, der Joseon-Dynastie, dem alten Imari und dem Delfter Weiß – offenbaren sich die unterschiedlichen Geschichten, Kulturen und Landschaften, die sich im Weiß eingeschrieben haben. Vielleicht ist es gerade mein japanischer Hintergrund, der mich dazu veranlasst, mich so sehr zu diesem Weiß hingezogen zu fühlen und im Leerraum zwischen den Formen nach Bedeutung zu suchen.
Tatsächlich hatte Weiß-Delfter schon früh eine Verbindung zu Japan. 1609 wurde die holländische Handelsstation in Hirado eröffnet, und mit dem Beginn des Austauschs zwischen Japan und der Niederländischen Ostindien-Kompanie gelangten zahlreiche europäische Keramiken, darunter Delfter Ware, nach Japan. Besonders das unbemalte Weiß-Delfter, das als „Komōde“ bekannt war, wurde von Teemeistern hoch geschätzt. Es wurde als Teeschale oder Abgussgefäß verwendet – auch Ogata Kenzan fertigte Nachahmungen davon an. Selbst bei den Teeveranstaltungen von ROCANIIRU wird Weiß-Delfter gelegentlich mit einem Deckel versehen und als Teebehälter verwendet. Dabei frage ich mich oft, was die Teemeister wohl dachten, als sie diese exotischen Keramiken zum ersten Mal sahen. Wahrscheinlich ließen sie ihrer Fantasie freien Lauf und entdeckten in der schlichten Leere zahlreiche Deutungsmöglichkeiten.
Obwohl jedes Stück einzigartig ist, finden sich häufig gemeinsame Formen – wie flache Teller oder albarelloartige Gefäße. Die Umrisse sind nicht symmetrisch, die Ränder oft wellenförmig – all das vermittelt eine warme Präsenz, die den Atem des Töpfers spürbar macht. Diese Stücke gelten im Allgemeinen als „anonyme“ Keramiken, also Werke ohne Namensnennung. Dass sie in Gemälden niederländischer Meister wie Bruegel im 16. und 17. Jahrhundert mehrfach erscheinen, zeigt, wie sehr sie Teil des alltäglichen Lebens waren. Vielleicht liegt gerade in der Schönheit dieser anonymen Alltagskunst ein Schlüssel für moderne Lebensgestaltung.
Die Schönheit namenloser Gefäße. Was entdecken wir im Weiß, das im Alltag verweilt? Vielleicht stellt uns das Weiß-Delfter diese Frage – auch heute noch – in aller Stille.
Yoshiki Umemori / ROCANIIRU
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