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Ein weißes Porzellan-Chochin-Tsubo aus der Joseon-Dynastie.
Mit einem groß angeschwollenen Bauch und einem kurzen, aufrechten Rand ist diese Gefäßform als chochin-tsubo (Laternengefäß) bekannt. Gegenüber einem rundlichen Krug sind die Schultern zurückhaltender; der untere Körper bewahrt eine massige Präsenz, während sich die Mündung sanft verjüngt. Neben der klaren Zurückhaltung, die für das weiße Porzellan der Joseon-Dynastie charakteristisch ist, vermittelt das Gefäß eine zugängliche Schlichtheit, die an Alltagsgefäße erinnert.
Die Glasur ist blass, leicht bläulich-weiß, und die Oberfläche zeigt feines Craquelé mit vereinzelten Eisenpartikeln und kleinen Ofenflecken. Obwohl es sich um undekoriertes weißes Porzellan handelt, erscheinen bei wechselnder Beleuchtung zarte Schattierungen, die der Oberfläche des Gefäßes Tiefe verleihen. Um den Fuß sind Tonstruktur und Ofenspuren deutlich sichtbar, was die stille Patina gealterten Porzellans der Joseon-Dynastie vermittelt. In der Nähe der Korpusmitte befindet sich eine Naht, an der Ober- und Unterteil beim Formen verbunden wurden; sie ist gut geglättet, unter bestimmten Lichtverhältnissen jedoch erkennbar.
Mit einer Höhe von 34cm besitzt es eine imponierende Präsenz. Die Schatten, die sich vom Fuß bis zur Wölbung des Körpers hinabziehen, vermitteln eine tiefgründige Stille. Lassen Sie es unbefüllt und setzen Sie es einfach an seinen Platz; genießen Sie die über die stille Fläche des weißen Porzellans fallenden Schatten und das wechselnde Licht des Tages.
Die Mündung und der Fuß weisen altersgemäße Abriebspuren und leichte Kratzer sowie Glasurrisse und Brandspuren auf. Es sind keine größeren Abplatzungen oder auffälligen Restaurierungen vorhanden, und das Stück befindet sich weiterhin in gutem Zustand als weißes Porzellangefäß der Joseon-Dynastie.
Es sind zahlreiche Produktfotos verfügbar. Bitte prüfen Sie die Details und den Zustand. Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Das Schönheitsverständnis jener Zeit legte den Fokus nicht auf äußeren Glanz oder technische Raffinesse, sondern auf Formen und Gestalten, die das Innere des Menschen leise unterstützen. Alltagsgegenstände und Möbel waren nicht bloß Werkzeuge des Gebrauchs, sondern könnten als „Dojo“ verstanden werden – Orte der inneren Übung, die das Verhalten und die Geisteshaltung im Alltag ordneten. Schlichte Gefäße im Studierzimmer eines Gelehrten, einfache Schreibtische, ungeschmückte Pinselhalter – all dies war nicht nur Objekt des Blicks, sondern zugleich Spiegel der eigenen Haltung und Gedanken.
Dass die kunsthandwerklichen Erzeugnisse aus der Joseon-Zeit eine „zurückhaltende Präsenz“ besitzen, ist kein Zufall. Sie entstanden mit der Absicht, sich mit der menschlichen Geisteshaltung in Einklang zu bringen – nicht, um den Betrachtenden zu überwältigen, sondern um mit ihm zu atmen, ihn still zu begleiten und auszubalancieren.
Im Fall des weißen Porzellans etwa wurden unbeabsichtigte Phänomene – wie feine Fließspuren der Glasur, das leichte Zittern des Tones oder kleine Asymmetrien der Form – als ästhetisch gültig akzeptiert. Darin lebte ein Geist der Annahme, der sich grundlegend vom modernen Schönheitsideal der Perfektion und Gleichförmigkeit unterschied. Diese Haltung stellte die Grenze zwischen Natur und Mensch, zwischen Schönheit und Unvollkommenheit, zwischen Objekt und Geist infrage – und kann durchaus als Ausdruck eines ganzen Zeitgeistes verstanden werden.
Man könnte sagen, dass die Schönheit der Joseon-Zeit keine „Demonstration“, sondern eine „Resonanz“ ist. Es geht nicht um die bloße Anziehungskraft eines Objekts, sondern um dessen Fähigkeit, einen Denkraum zu eröffnen – einen Anlass, über das eigene Menschsein nachzudenken. Deshalb dürfen Dinge nicht „zu viel sprechen“; sie müssen Stille, Leere und Zwischenräume in sich tragen. Eine solche Denkweise scheint im Wesen des damaligen Kunsthandwerks verankert zu sein.
Diese Werte fanden schließlich auch ihren Weg über das Meer nach Japan und ließen sich dort tief verwurzeln. Besonders in der Welt des Teewegs (Chanoyu) wurden Joseon-Porzellane und Buncheong-Waren bereits in der späten Momoyama-Zeit (Ende 16. Jahrhundert) geschätzt. Ihre schlichte und stille Ausstrahlung wurde als Alternative zur Strenge chinesischer Importwaren empfunden. Das ästhetische Ideal des „dem Ungesagten lauschen“, das dem Teeweg zugrunde liegt, harmonierte tief mit dem Schweigen und der Unvollkommenheit der Joseon-Gegenstände – und schuf eine Blickrichtung, die im „Wabi-Sabi“-Geist wurzelt.
In der Moderne schließlich entdeckten Denker der Mingei-Bewegung wie Yanagi Sōetsu und Kawai Kanjirō in den Werken aus Joseon „eine Kraft, die den Menschen reinigt“ sowie „eine Form des Lebens, wie es sein sollte“. In einer Zeit, in der das Handwerk in Vergessenheit zu geraten drohte, galten diese Objekte nicht nur als alte Artefakte, sondern wurden als Spiegel einer existenziellen Haltung tief geschätzt und geehrt.
Wenn ich heute einen kunsthandwerklichen Gegenstand aus der Joseon-Zeit berühre, bewegt mich dessen Stille erneut. In ihm lebt der Geist einer Epoche fort, die fragte, wie der Mensch leben und wie er sein sollte – und diese Stimme klingt bis heute unverkennbar nach.
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